Achtung Änderung: Jahreshauptversammlung und öffentlicher Vortrag

Aus unvorhersehbaren Gründen können Jahreshauptversammlung und Vortrag NICHT im Grabenstätter Hof stattfinden. Wir weichen aus auf den Vortragsraum im Rathaus Grabenstätt/Schlossökonomie, über Tourist-Information/Impaktmuseum.

Die Jahreshauptversammlung des Vereins findet am 30. März 2012 um 19:00 Uhr nunmehr im Vortragsraum der Gemeinde Grabenstätt statt  Im Anschluss daran der öffentliche Vortrag:

Neues auf der www.chiemgau-impakt.de Webseite

– Das CIRT berichtet über den Fund von Shattercones am Tüttensee-Krater. Shattercones (Schmetterkegel) sind kegelförmige Brüche im Gestein, die ganz charakteristische Bruchflächenmarkierungen aufweisen. Man kennt sie nur von Meteoritenkratern (Impaktstrukturen), und sie werden deshalb als beweiskräftig für kosmische Einschläge angesehen.

– Aus der Zusammenarbeit des CIRT mit Dr. Tatyana Shumilova, Direktorin des Labors für Diamant-Mineralogie, Geologisches Institut, Komi-Wissenschaftszentrum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Syktyvkar, ist eine erste Publikation mit einer Präsentation auf der 43. Lunar and Planetary Science Conference (LPSC), 19. – 23. März 2012, The Woodlands, Texas, USA, entstanden. Auf der Webseite können die Daten heruntergeladen werden.

Auf den Spuren des Meteorkrater-Impaktes (Arizona, USA)

Im Sommer 2011 besuchte Alfred Dufter, Mitglied unseres Vereins und gleichzeitig sein Kassenwart, den berühmten Barringer Meteoritenkrater (vielfach einfach auch nur Meteor Crater genannt) im Bundesstaaat Arizona in den USA.

Abb. 1. Das Innere des Barringer-Kraters, der einen Durchmesser von etwa 1200 m besitzt, etwa 180 m tief ist und von einem 30 – 60 m hohen Ringwall umgeben wird. Foto: A. Dufter.

Natürlich hatte er unseren Chiemgau-Impakt mit seinen besonderen Gesteinen und sonstigen ungewöhnlichen Merkmalen im Kopf, und mit einem dicken Ordner voll von Krateraufnahmen und vor allem aber auch mit vielen Aufnahmen besonderer Gesteinsformationen und einzelner Gesteine kehrte er zurück. Und da mussten sich auch die anderen Chiemgau-Impaktforscher die Augen reiben: Derart verblüffende Ähnlichkeiten zwischen vom Impakt “mitgenommenen” Gesteinen des Meteor-Kraters und solchen vom Chiemgau-Impakt waren schon eindrucksvoll. Als vor zwei Jahren Dr. Bruce Masse vom Los Alamos National Laboratory (USA) das Einschlaggebiet des Chiemgau-Impaktereignisse besuchte, hatte er schon auf die in seiner Familie so genannten “Wonderstones” (Wundersteine) des Meteor-Kraters hingewiesen und darauf, dass sie ihn stark an Chiemgau-Impaktgesteine (darunter die Furchensteine) erinnerten.

Wir werden demnächst auf diese Gemeinsamkeiten von Gesteinen des Chiemgau-Impaktes und des Barringer-Meteoritenkraters näher eingehen.

Aber noch etwas anderes hat Alfred Dufter, vermutlich als erster, beim Meteor Crater entdeckt und Proben davon mitgebracht. Etwas mehr dazu steht HIER und HIER.

Die von Alfred Dufter aus USA mitgebrachten Fotos zeigen noch etwas anderes wunderschön: die am Kraterrand durch den Impaktauswurf der Gesteinsmassen messerscharf abgeschnittenen Lagen der geschichteten Sedimente (Abb. 2).

Abb. 2. Die beim Einschlag und durch den Massenauswurf am Kraterrand messerscharf abgeschnittenen geologischen Schichten. Foto: A. Dufter.

Jetzt stellen wir uns vor, die amtlichen Geologen von Arizona wollten das Alter des Meteor-Kraters mit Bohrungen bestimmen und würden dazu jenseits der Schichtabbrüche außerhalb der Kraterhohlform ansetzen. Schön dumm, würde man sagen, da da draußen ja die ganz normale Schichtfolge, wie sie bereits vor dem Einschlag existierte, ansteht und erbohrt würde. Aber genau das haben die Geologen vom Bayerischen LfU am Tüttensee gemacht, als sie ihre Bohrung mit den lauthals verkündeten Ergebnissen zum Alter des Tüttensees außerhalb des echten Tüttensee-Kraters über den alten eiszeitlichen Ablagerungen abteuften. Die Datierung dieser Schichten hatte natürlich alle anderen Bezüge, nur keine zum Alter des Impaktereignisse. Dass die LfU-Bohrung innerhalb des heutigen Tüttensee-Ringwalles angesetzt wurde, ist überhaupt nichts Besonderes, da, anders als beim Meteor-Krater mit seinen harten Festgesteinen, der Tüttensee-Ringwall unmittelbar nach dem Einschlag nur kurz vollständig existierte und ein Großteil des sehr lockeren wassergesättigten Gesteins rasch wieder in die Kraterhohlform zurückfloss.

In den seismischen Profilen, die das LfU mit Unterstützung der Universität Jena auf dem Tüttensee gewonnen hat, erkennt man diese plötzlichen Schichtabbrüche am Tüttensee-Kraterrand unter Wasser sehr deutlich.

Zwei Beiträge des CIRT zum Chiemgau-Impakt auf der Herbsttagung der AGU in San Francisco

Auf der renommierten Herbsttagung der American Geophysical Union (AGU) in San Francisco, 5. – 9. Dezember, haben Andreas Neumair und Kord Ernstson vom CIRT zwei Beiträge präsentiert. Poster und Text-Zusammenfassungen können hier angeklickt werden:

Neumair, A. & Ernstson, K. (2011), Geomagnetic and morphological signature of small crateriform structures in the Alpine Foreland, Southeast Germany, Abstract GP11A-1023 presented at 2011 Fall Meeting, AGU, San Francisco, Calif., 5-9 Dec.

Das Poster kann hier angeklickt werden: Poster Neumair & Ernstson

Ernstson, K. & Neumair, A. (2011), Geoelectric Complex Resistivity Measurements of Soil Liquefaction Features in Quaternary Sediments of the Alpine Foreland, Germany, Abstract NS23A-1555 presented at 2011 Fall Meeting, AGU, San Francisco, Calif., 5-9 Dec.

Das Poster kann hier angeklickt werden:  Poster Ernstson & Neumair

Die beiden Titel übersetzt:

Geomagnetische und morphologische Merkmale von kleinen kraterähnlichen Strukturen im Alpenvorland, Südostdeutschland (von A. Neumair und K. Ernstson).

Geoelektrische komplexe Widerstandsmessungen über Strukturen von Bodenverflüssigung (Liquefaktion) in quartären Sedimenten des Alpenvorlandes, Deutschland (von K. Ernstson und A. Neumair).

Im ersten Beitrag geht es um die kleineren Krater im Impakt-Streufeld, die zum Teil sehr ungewöhnliche magnetische Eigenschaften der betroffenen Gesteine aufweisen, wobei ein menschliches Einwirken auszuschließen ist. Der zweite Beitrag beschäftigt sich ausführlicher mit den geophysikalischen Messungen bei Kienberg über den Donnerlöchern (siehe den nachfolgend genannten Artikel) und stellt die Möglichkeit heraus, mit solchen speziellen Messungen z.B. durch Donnerloch-Einbruch gefährdeten Baugrund zu erkunden.

Artikel “Donnerlöcher und Chiemgau-Impakt” erschienen

Liebe Vereinsmitglieder,

der Artikel

The sinkhole enigma in the alpine foreland, Southeast Germany: Evidence of impact-induced rock liquefaction processes

[Das Rätsel der Geländeeinbrüche im Alpenvorland, Südost-Deutschland: Belege für durch einen Impakt ausgelöste Prozesse einer Gesteinsverflüssigung (Liquefaktion)]

von Kord Ernstson, Werner Mayer, Andreas Neumair und Dirk Sudhaus

ist nunmehr erschienen.

Die Daten dafür und einige begleitende Sätze stehen auf unserer Webseite:

http://www.chiemgau-impakt.de/

Artikel zu den Donnerlöchern zum Druck angenommen

Als eine erfreuliche Nachricht teilt das CIRT den Vereinsmitgliedern mit, dass ein Artikel über die geologischen und geophysikalischen Untersuchungen zu den Donnerlöchern im Raum Kienberg und Trostberg und ihre Beziehung zum Chiemgau-Impakt von einer angesehenen internationalen Zeitschrift (mit Peer Review) zum Druck angenommen wurde. Wir berichten genauer bei Erscheinen des Artikels.

Zum Thema Kalkbrennöfen

Seit Beginn der Forschungen zum Chiemgau-Impakt wird das Thema Kalkbrennöfen von den Gegnern der Impakt-Hypothese immer wieder vorgebracht, um die beim Meteoriteneinschlag entstehenden enormen Temperaturen, die im Kraterstreufeld durch die vielfältigen Schmelz- und Glasbildungen dokumentiert sind, sozusagen auf menschliches Wirken zu reduzieren. Insbesondere die glasummantelten Gerölle werden regelmäßig als Produkte aus Kalkbrennöfen bezeichnet (siehe dazu z.B. den Auszug aus dem Buch von Darga und Wierer: Auf den Spuren des Chiemsee-Gletschers sowie die Stellungnahme des CIRT dazu http://www.scribd.com/doc/38123205/Stellungnahme-zu-Der-Chiemgau-Impakt-eine-Spekulationsblase).

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Seit Beginn der Forschungen hat sich das CIRT sehr intensiv mit der Frage nach einer Verwechslung beschäftigt und hat diese Diskussion auch öffentlich gemacht. So zeigt die Ausstellung im Impakt-Museum in Grabenstätt neben den vielen typischen impakt-glasierten Geröllen, deren Impakt-Ursprung u.a. durch den Nachweis von Schockeffekten gesichert ist, auch ein glasiertes Geröll, das nachweislich aus einem für Touristen betriebenen historischen Kalkbrennofen stammt und dort vom Betreiber als Souvenir für die Besucher erzeugt wurde. Das ist nichts besonderes, und vergleichbare Konstellationen sind vielfach in der Wissenschaft bekannt, nämlich dass sehr unterschiedliche Prozesse zu sehr ähnlichen Produkten führen können.

Und nicht nur die glasierten Gerölle, auch die kraterähnlichen Strukturen mit den imposanten Schmelzerscheinungen wie z.B. im 11 m messenden Krater 004 werden von den Impaktgegnern denn auch gleich zu Kalkbrennöfen gemacht.

Dieses fortgesetzte, letztlich argumentationslose Beharren der Impaktgegner auf dem Kalkbrennen hat das CIRT veranlasst, noch einmal für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Diplomgeologe Andreas Neumair vom CIRT hat sich noch ein wenig mehr in die Materie gekniet und selbst hochwissenschaftliche Literatur bemüht:

Uschmann, Kay-Uwe: Kalkbrennöfen der Eisen- und römischen Kaiserzeit zwischen Weser und Weichsel; Befunde – Analysen – Experimente. Verlag Marie Leidorf GmbH, Rahden/Westf. 2006 (Berliner Archäologische Forschungen Bd. 3) ISBN 3-89646-513-9

Zwar liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit bei Kalkbrennöfen in Norddeutschland, aber Grundsätzliches zum Kalkbrennen und den Kalkbrennöfen findet sich in dem Buch für alle Regionen und alle Zeiten.

Nach dem Studium des Buches merkt Andreas Neumair an:

– Kalkbrennöfen wurden nach bisheriger Kenntnis in Siedlungsnähe oder bei entsprechenden großen Vorhaben in Baunähe betrieben.

– Logischerweise sollten auch Kalkvorkommen in der Nähe sein.

– Wasser zum Ablöschen war ebenfalls notwendig. Keiner schleppt das Wasser bergauf, wenn es nicht sein muss, es sei denn, es wird in Baunähe gebraucht.

– Die gefundenen Durchmesser sind meist 1 – 2 m, in Ausnahmen bis 4 m.

– Eigentlich immer verknüpft sind auch Funde von Holzkohle und/oder Artefakte und/oder Branntkalkreste

– Bisherige Funde von Kalkbrennöfen zeigen immer einen technischen Aufbau mit Steinsetzungen, Feuerlochbereich etc.

– Die Brenndauer inkl. Abkühlen beträgt 3 bis 7 Tage je nach Volumen, mit ständiger Kontrolle durch Personen (Feuern etc.). Bei abseitiger Lage müsste folglich immer jemand nebenan hausen.

– Welcher Brennmeister mit Erfahrung mischt Silikatgesteine (Sandsteine, Quarzite, Gneise, die allein verglasen können) zu den zu brennenden Karbonatgesteinen (Kalksteinen), um den Ertrag einer Füllung zu reduzieren. Das dürfte den Menschen sogar schon in der La Tène-Zeit als selbstverständlich erschienen sein, als bereits entsprechende Kalkbrennöfen gebaut wurden.

Das nachfolgende Foto (Aufnahme A. Neumair) zeigt die Rekonstruktion eines germanischen Kalkbrennofens (nach den Untersuchungen von K.-U. Uschmann, Autor des oben zitierten Buches) im Museumspark Rüdersdorf bei Berlin.

Mit diesen ganz einfachen Zusammenhängen wird sofort deutlich, dass die bisher vom CIRT beschriebenen Kraterstrukturen nichts, aber auch gar nichts mit dem Kalkbrennen zu tun haben können und dass glasierte Gerölle wohl nur in seltenen Einzelfällen wirklich aus einem Brennofen stammen mögen. Es ist zu befürchten, dass die Impaktgegner vorziehen, die Mär vom Kalkbrennen aufrechtzuerhalten, um die einheimische Bevölkerung weiterhin zu verunsichern. Diese Befürchtung möchte das CIRT mit der Bitte verknüpfen, ihm Material jeglicher Art, das mit dem Kalkbrennen in der Region zusammenhängen könnte, für Zwecke weiterer vergleichender Forschung zur Verfügung zu stellen.

Medien

 

Liebe Vereinsmitglieder,

zur Information und damit Sie unterrichtet bleiben, was teilweise im Hintergrund läuft, das Folgende:

Vom Regional Fernsehen Oberbayern, rfo, http://www.rfo.de/, wurden wir angeschrieben mit der Frage, ob wir zu einem Dreh über den Chiemgau-Impakt für einen kurzen Film bereit wären. Es hieß, man wolle das Museum in Grabenstätt und den Kometenwanderweg am Tüttensee filmen, sowie ein Interview mit einem unserer Experten (Geologe erwünscht) bringen. Auf drängendes Nachfragen wurde uns dann aber mitgeteilt, dass es keineswegs nur um das CIRT und unsere Forschungsergebnisse gehe, sondern dass „beide Seiten zu Wort kommen sollen“. Damit war klar, und wir spekulieren hier wohl nicht allzu sehr, dass die Gegenseite der lokale Geologe Dr. Darga aus Siegsdorf vertreten würde. Zu Dr. Darga und seiner erbitterten Gegnerschaft zu unserer Impakt-Forschung, teilweise mit persönlichen Angriffen versehen, wollen wir uns hier nicht weiter äußern.

Wir haben das rfo wissen lassen, dass wir auf dieser Basis einen Film mit uns grundsätzlich ablehnen. Wissenschaftliche, auch heftige Diskussion ja – ohne jede Frage – aber nur unter Parteien, die von ihren Kenntnissen und Erfahrungen wirklich auf angemessener Augenhöhe argumentieren.Dr. Darga mag ein guter Geologe für Eiszeitfragen des Alpenraums sein, aber von den Dingen, über die wir arbeiten und publizieren (Impaktgeologie, Geophysik, Geochemie, Schockphysik, Bruchmechanik der Gesteine, Meteoritenkunde usw.), hat er erwiesenermaßen nicht die geringste Ahnung. Er hat es zudem bis auf den heutigen Tag unterlassen, sich auch nur einen einzigen Aufschluss unserer mittlerweile ca. 100 Schürfe mit den Gesteinen und geologischen Lagerungsverhältnissen am Tüttensee und in anderen Bereichen des Kraterstreufeldes anzuschauen. Sie mögen selbst darüber urteilen, was ein Film bei einer solch ungleichen Konstellation mit einem offensichtlich an ernsthafter Forschung desinteressierten Geologen dem Zuschauer bringen soll.

Auf dem Weg zur Publikation

Ein Artikel über unsere Forschungen zum Chiemgau-Impakt befindet sich im Gutachterprozess (Peer Review) einer internationalen Zeitschrift.

Zwei weitere Beiträge zu Forschungsergebnissen vom Chiemgau-Impakt sind für eine sehr große Tagung in den USA eingereicht worden.

Phaethon auf estnisch

Die Veröffentlichung des Artikels von Barbara Rappenglück und weiteren Autoren über den Phaethon-Mythos und seine Beziehung zum Chiemgau-Impakt in der weltweit sehr renommierten Zeitschrift Antiquity ist auch anderweitig auf großes Interesse gestoßen. Nachdem die größte südamerikanische Tageszeitung Folha de S. Paolo berichtet hatte (siehe den Beitrag weiter unten) hat inzwischen die estnische archäoastronomische Zeitschrift Mäetagused eine komplette Übersetzung des englischen Antiquity-Artikels herausgebracht.

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