Auf den Spuren des Meteorkrater-Impaktes (Arizona, USA)

Im Sommer 2011 besuchte Alfred Dufter, Mitglied unseres Vereins und gleichzeitig sein Kassenwart, den berühmten Barringer Meteoritenkrater (vielfach einfach auch nur Meteor Crater genannt) im Bundesstaaat Arizona in den USA.

Abb. 1. Das Innere des Barringer-Kraters, der einen Durchmesser von etwa 1200 m besitzt, etwa 180 m tief ist und von einem 30 – 60 m hohen Ringwall umgeben wird. Foto: A. Dufter.

Natürlich hatte er unseren Chiemgau-Impakt mit seinen besonderen Gesteinen und sonstigen ungewöhnlichen Merkmalen im Kopf, und mit einem dicken Ordner voll von Krateraufnahmen und vor allem aber auch mit vielen Aufnahmen besonderer Gesteinsformationen und einzelner Gesteine kehrte er zurück. Und da mussten sich auch die anderen Chiemgau-Impaktforscher die Augen reiben: Derart verblüffende Ähnlichkeiten zwischen vom Impakt “mitgenommenen” Gesteinen des Meteor-Kraters und solchen vom Chiemgau-Impakt waren schon eindrucksvoll. Als vor zwei Jahren Dr. Bruce Masse vom Los Alamos National Laboratory (USA) das Einschlaggebiet des Chiemgau-Impaktereignisse besuchte, hatte er schon auf die in seiner Familie so genannten “Wonderstones” (Wundersteine) des Meteor-Kraters hingewiesen und darauf, dass sie ihn stark an Chiemgau-Impaktgesteine (darunter die Furchensteine) erinnerten.

Wir werden demnächst auf diese Gemeinsamkeiten von Gesteinen des Chiemgau-Impaktes und des Barringer-Meteoritenkraters näher eingehen.

Aber noch etwas anderes hat Alfred Dufter, vermutlich als erster, beim Meteor Crater entdeckt und Proben davon mitgebracht. Etwas mehr dazu steht HIER und HIER.

Die von Alfred Dufter aus USA mitgebrachten Fotos zeigen noch etwas anderes wunderschön: die am Kraterrand durch den Impaktauswurf der Gesteinsmassen messerscharf abgeschnittenen Lagen der geschichteten Sedimente (Abb. 2).

Abb. 2. Die beim Einschlag und durch den Massenauswurf am Kraterrand messerscharf abgeschnittenen geologischen Schichten. Foto: A. Dufter.

Jetzt stellen wir uns vor, die amtlichen Geologen von Arizona wollten das Alter des Meteor-Kraters mit Bohrungen bestimmen und würden dazu jenseits der Schichtabbrüche außerhalb der Kraterhohlform ansetzen. Schön dumm, würde man sagen, da da draußen ja die ganz normale Schichtfolge, wie sie bereits vor dem Einschlag existierte, ansteht und erbohrt würde. Aber genau das haben die Geologen vom Bayerischen LfU am Tüttensee gemacht, als sie ihre Bohrung mit den lauthals verkündeten Ergebnissen zum Alter des Tüttensees außerhalb des echten Tüttensee-Kraters über den alten eiszeitlichen Ablagerungen abteuften. Die Datierung dieser Schichten hatte natürlich alle anderen Bezüge, nur keine zum Alter des Impaktereignisse. Dass die LfU-Bohrung innerhalb des heutigen Tüttensee-Ringwalles angesetzt wurde, ist überhaupt nichts Besonderes, da, anders als beim Meteor-Krater mit seinen harten Festgesteinen, der Tüttensee-Ringwall unmittelbar nach dem Einschlag nur kurz vollständig existierte und ein Großteil des sehr lockeren wassergesättigten Gesteins rasch wieder in die Kraterhohlform zurückfloss.

In den seismischen Profilen, die das LfU mit Unterstützung der Universität Jena auf dem Tüttensee gewonnen hat, erkennt man diese plötzlichen Schichtabbrüche am Tüttensee-Kraterrand unter Wasser sehr deutlich.

Zwei Beiträge des CIRT zum Chiemgau-Impakt auf der Herbsttagung der AGU in San Francisco

Auf der renommierten Herbsttagung der American Geophysical Union (AGU) in San Francisco, 5. – 9. Dezember, haben Andreas Neumair und Kord Ernstson vom CIRT zwei Beiträge präsentiert. Poster und Text-Zusammenfassungen können hier angeklickt werden:     Posters, Abstracts AGU

Die beiden Titel übersetzt:

Geomagnetische und morphologische Merkmale von kleinen kraterähnlichen Strukturen im Alpenvorland, Südostdeutschland (von A. Neumair und K. Ernstson).

Geoelektrische komplexe Widerstandsmessungen über Strukturen von Bodenverflüssigung (Liquefaktion) in quartären Sedimenten des Alpenvorlandes, Deutschland (von K. Ernstson und A. Neumair).

Im ersten Beitrag geht es um die kleineren Krater im Impakt-Streufeld, die zum Teil sehr ungewöhnliche magnetische Eigenschaften der betroffenen Gesteine aufweisen, wobei ein menschliches Einwirken auszuschließen ist. Der zweite Beitrag beschäftigt sich ausführlicher mit den geophysikalischen Messungen bei Kienberg über den Donnerlöchern (siehe den nachfolgend genannten Artikel) und stellt die Möglichkeit heraus, mit solchen speziellen Messungen z.B. durch Donnerloch-Einbruch gefährdeten Baugrund zu erkunden.

Artikel “Donnerlöcher und Chiemgau-Impakt” erschienen

Liebe Vereinsmitglieder,

der Artikel

The sinkhole enigma in the alpine foreland, Southeast Germany: Evidence of impact-induced rock liquefaction processes

[Das Rätsel der Geländeeinbrüche im Alpenvorland, Südost-Deutschland: Belege für durch einen Impakt ausgelöste Prozesse einer Gesteinsverflüssigung (Liquefaktion)]

von Kord Ernstson, Werner Mayer, Andreas Neumair und Dirk Sudhaus

ist nunmehr erschienen.

Die Daten dafür und einige begleitende Sätze stehen auf unserer Webseite:

http://www.chiemgau-impakt.de/

Artikel zu den Donnerlöchern zum Druck angenommen

Als eine erfreuliche Nachricht teilt das CIRT den Vereinsmitgliedern mit, dass ein Artikel über die geologischen und geophysikalischen Untersuchungen zu den Donnerlöchern im Raum Kienberg und Trostberg und ihre Beziehung zum Chiemgau-Impakt von einer angesehenen internationalen Zeitschrift (mit Peer Review) zum Druck angenommen wurde. Wir berichten genauer bei Erscheinen des Artikels.

Zum Thema Kalkbrennöfen

Seit Beginn der Forschungen zum Chiemgau-Impakt wird das Thema Kalkbrennöfen von den Gegnern der Impakt-Hypothese immer wieder vorgebracht, um die beim Meteoriteneinschlag entstehenden enormen Temperaturen, die im Kraterstreufeld durch die vielfältigen Schmelz- und Glasbildungen dokumentiert sind, sozusagen auf menschliches Wirken zu reduzieren. Insbesondere die glasummantelten Gerölle werden regelmäßig als Produkte aus Kalkbrennöfen bezeichnet (siehe dazu z.B. den Auszug aus dem Buch von Darga und Wierer: Auf den Spuren des Chiemsee-Gletschers sowie die Stellungnahme des CIRT dazu http://www.scribd.com/doc/38123205/Stellungnahme-zu-Der-Chiemgau-Impakt-eine-Spekulationsblase).

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Seit Beginn der Forschungen hat sich das CIRT sehr intensiv mit der Frage nach einer Verwechslung beschäftigt und hat diese Diskussion auch öffentlich gemacht. So zeigt die Ausstellung im Impakt-Museum in Grabenstätt neben den vielen typischen impakt-glasierten Geröllen, deren Impakt-Ursprung u.a. durch den Nachweis von Schockeffekten gesichert ist, auch ein glasiertes Geröll, das nachweislich aus einem für Touristen betriebenen historischen Kalkbrennofen stammt und dort vom Betreiber als Souvenir für die Besucher erzeugt wurde. Das ist nichts besonderes, und vergleichbare Konstellationen sind vielfach in der Wissenschaft bekannt, nämlich dass sehr unterschiedliche Prozesse zu sehr ähnlichen Produkten führen können.

Und nicht nur die glasierten Gerölle, auch die kraterähnlichen Strukturen mit den imposanten Schmelzerscheinungen wie z.B. im 11 m messenden Krater 004 werden von den Impaktgegnern denn auch gleich zu Kalkbrennöfen gemacht.

Dieses fortgesetzte, letztlich argumentationslose Beharren der Impaktgegner auf dem Kalkbrennen hat das CIRT veranlasst, noch einmal für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Diplomgeologe Andreas Neumair vom CIRT hat sich noch ein wenig mehr in die Materie gekniet und selbst hochwissenschaftliche Literatur bemüht:

Uschmann, Kay-Uwe: Kalkbrennöfen der Eisen- und römischen Kaiserzeit zwischen Weser und Weichsel; Befunde – Analysen – Experimente. Verlag Marie Leidorf GmbH, Rahden/Westf. 2006 (Berliner Archäologische Forschungen Bd. 3) ISBN 3-89646-513-9

Zwar liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit bei Kalkbrennöfen in Norddeutschland, aber Grundsätzliches zum Kalkbrennen und den Kalkbrennöfen findet sich in dem Buch für alle Regionen und alle Zeiten.

Nach dem Studium des Buches merkt Andreas Neumair an:

– Kalkbrennöfen wurden nach bisheriger Kenntnis in Siedlungsnähe oder bei entsprechenden großen Vorhaben in Baunähe betrieben.

– Logischerweise sollten auch Kalkvorkommen in der Nähe sein.

– Wasser zum Ablöschen war ebenfalls notwendig. Keiner schleppt das Wasser bergauf, wenn es nicht sein muss, es sei denn, es wird in Baunähe gebraucht.

– Die gefundenen Durchmesser sind meist 1 – 2 m, in Ausnahmen bis 4 m.

– Eigentlich immer verknüpft sind auch Funde von Holzkohle und/oder Artefakte und/oder Branntkalkreste

– Bisherige Funde von Kalkbrennöfen zeigen immer einen technischen Aufbau mit Steinsetzungen, Feuerlochbereich etc.

– Die Brenndauer inkl. Abkühlen beträgt 3 bis 7 Tage je nach Volumen, mit ständiger Kontrolle durch Personen (Feuern etc.). Bei abseitiger Lage müsste folglich immer jemand nebenan hausen.

– Welcher Brennmeister mit Erfahrung mischt Silikatgesteine (Sandsteine, Quarzite, Gneise, die allein verglasen können) zu den zu brennenden Karbonatgesteinen (Kalksteinen), um den Ertrag einer Füllung zu reduzieren. Das dürfte den Menschen sogar schon in der La Tène-Zeit als selbstverständlich erschienen sein, als bereits entsprechende Kalkbrennöfen gebaut wurden.

Das nachfolgende Foto (Aufnahme A. Neumair) zeigt die Rekonstruktion eines germanischen Kalkbrennofens (nach den Untersuchungen von K.-U. Uschmann, Autor des oben zitierten Buches) im Museumspark Rüdersdorf bei Berlin.

Mit diesen ganz einfachen Zusammenhängen wird sofort deutlich, dass die bisher vom CIRT beschriebenen Kraterstrukturen nichts, aber auch gar nichts mit dem Kalkbrennen zu tun haben können und dass glasierte Gerölle wohl nur in seltenen Einzelfällen wirklich aus einem Brennofen stammen mögen. Es ist zu befürchten, dass die Impaktgegner vorziehen, die Mär vom Kalkbrennen aufrechtzuerhalten, um die einheimische Bevölkerung weiterhin zu verunsichern. Diese Befürchtung möchte das CIRT mit der Bitte verknüpfen, ihm Material jeglicher Art, das mit dem Kalkbrennen in der Region zusammenhängen könnte, für Zwecke weiterer vergleichender Forschung zur Verfügung zu stellen.

Medien

 

Liebe Vereinsmitglieder,

zur Information und damit Sie unterrichtet bleiben, was teilweise im Hintergrund läuft, das Folgende:

Vom Regional Fernsehen Oberbayern, rfo, http://www.rfo.de/, wurden wir angeschrieben mit der Frage, ob wir zu einem Dreh über den Chiemgau-Impakt für einen kurzen Film bereit wären. Es hieß, man wolle das Museum in Grabenstätt und den Kometenwanderweg am Tüttensee filmen, sowie ein Interview mit einem unserer Experten (Geologe erwünscht) bringen. Auf drängendes Nachfragen wurde uns dann aber mitgeteilt, dass es keineswegs nur um das CIRT und unsere Forschungsergebnisse gehe, sondern dass „beide Seiten zu Wort kommen sollen“. Damit war klar, und wir spekulieren hier wohl nicht allzu sehr, dass die Gegenseite der lokale Geologe Dr. Darga aus Siegsdorf vertreten würde. Zu Dr. Darga und seiner erbitterten Gegnerschaft zu unserer Impakt-Forschung, teilweise mit persönlichen Angriffen versehen, wollen wir uns hier nicht weiter äußern.

Wir haben das rfo wissen lassen, dass wir auf dieser Basis einen Film mit uns grundsätzlich ablehnen. Wissenschaftliche, auch heftige Diskussion ja – ohne jede Frage – aber nur unter Parteien, die von ihren Kenntnissen und Erfahrungen wirklich auf angemessener Augenhöhe argumentieren.Dr. Darga mag ein guter Geologe für Eiszeitfragen des Alpenraums sein, aber von den Dingen, über die wir arbeiten und publizieren (Impaktgeologie, Geophysik, Geochemie, Schockphysik, Bruchmechanik der Gesteine, Meteoritenkunde usw.), hat er erwiesenermaßen nicht die geringste Ahnung. Er hat es zudem bis auf den heutigen Tag unterlassen, sich auch nur einen einzigen Aufschluss unserer mittlerweile ca. 100 Schürfe mit den Gesteinen und geologischen Lagerungsverhältnissen am Tüttensee und in anderen Bereichen des Kraterstreufeldes anzuschauen. Sie mögen selbst darüber urteilen, was ein Film bei einer solch ungleichen Konstellation mit einem offensichtlich an ernsthafter Forschung desinteressierten Geologen dem Zuschauer bringen soll.

Auf dem Weg zur Publikation

Ein Artikel über unsere Forschungen zum Chiemgau-Impakt befindet sich im Gutachterprozess (Peer Review) einer internationalen Zeitschrift.

Zwei weitere Beiträge zu Forschungsergebnissen vom Chiemgau-Impakt sind für eine sehr große Tagung in den USA eingereicht worden.

Phaethon auf estnisch

Die Veröffentlichung des Artikels von Barbara Rappenglück und weiteren Autoren über den Phaethon-Mythos und seine Beziehung zum Chiemgau-Impakt in der weltweit sehr renommierten Zeitschrift Antiquity ist auch anderweitig auf großes Interesse gestoßen. Nachdem die größte südamerikanische Tageszeitung Folha de S. Paolo berichtet hatte (siehe den Beitrag weiter unten) hat inzwischen die estnische archäoastronomische Zeitschrift Mäetagused eine komplette Übersetzung des englischen Antiquity-Artikels herausgebracht.

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Der Phaethon-Mythos und der Chiemgau-Impakt im P.M. Magazin

Die jüngste Ausgabe der populärwissenschaftlichen Zeitschrift P.M. Magazin 09/2011 berichtet in einem Hauptbeitrag über “Die neue Wissenschaft der Geo-Mythologie – Können uralte Legenden uns vor Katastrophen warnen?” Neben Geomythen über Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüche wird als  Beispiel auch der Phaethon-Mythos und sein vermuteter Zusammenhang mit dem Chiemgau-Impakt behandelt. Ein führender Vertreter der Geomythologie-Wissenschaft ist Dr. Bruce Masse vom Los Alamos National Laboratory, USA, der im P.M. ausgiebig zu Wort kommt und der im vergangenen Jahr nach Bayern gereist ist, um sich mit dem CIRT zusammen das Chiemgau-Meteoritenkraterfeld anzuschauen.

Rückblick auf ein gutes halbes Jahr Chiemgau-Impakt und CIRT

Liebe Vereinsmitglieder und sonstige Besucher der Seite,

nachfolgend bringen wir in lockerer Aufeinanderfolge eine Art “Rechenschaftsbericht” über unsere Aktivitäten in den vergangenen Monaten, die wiederum von vielen Seiten sehr viel Unterstützung erfahren haben. Wir kommen dabei nicht umhin, im selben Atemzug zu beklagen, dass von ganz wenigen Seiten, vor allem vor Ort, immer noch versucht wird, unsere Forschungsarbeit mit allen Mitteln zu behindern und zu diskreditieren bis hin zu persönlichen Diffamierungen von Mitgliedern des CIRT. Lassen Sie sich nicht beirren: Im internationalen “Wissenschaftsbetrieb” ist der Chiemgau-Impakt längst zu einer festen Größe geworden, wie auch die folgenden Zeilen vermitteln. Wir verzichten hier auf die Anbringung von Links und verweisen dazu auf die inzwischen ganz neu gestaltete Seite des CIRT, www.chiemgau-impakt.de, wo ausführlicher über die verschiedenen Themenbereiche berichtet wird.

Veröffentlichungen, Zeitungen, Zeitschriften

São Paulo und der Chiemgau-Impakt

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1. Januar 2011: Die Sonntagsausgabe der Tageszeitung “Folha de São Paulo” in São Paulo, Brasilien, mit der größten Tageszeitungen-Auflage in ganz Süd- und Mittelamerika, bringt einen längeren Artikel über den Chiemgau-Impakt (mit einem Fotovom Tüttensee-Krater) und die spannende Geschichte vom griechischen Phaethon-Mythos mit dem abgestürzten Sonnenwagen, in dem unzählige Merkmale des Chiemgau-Impaktes nahezu unverschlüsselt wiederzufinden sind. Aufmerksam wurden die Südamerikaner über den Artikel von Barbara Rappenglück und mehreren Koautoren, der im vergangenen Jahr in einer der weltweit renommiertesten Zeitschriften für Altertumswissenschaften, ANTIQUITY, erschienen war.

Beitrag auf der LPSC – weltweit bedeutendste Tagung zur Meteoritenforschung, zur Planetologie und Impaktforschung

März 2011: Auf der Tagung des amerikanischen Lunar and Planetary Institute (LPI), der Lunar & Planetary Science Conference (LPSC), gibt es einen Beitrag über die neuesten Analysen der Elektronenmikroskopie (Raster- und Transmissons-Elektronenmikroskopie) von den bemerkenswerten Eisensilizid-Funden im Chiemgau- Meteoritenkrater-Streufeld. Die Autoren sind Dr. M. Hiltl (Carl Zeiss Nano Technology Systems GmbH, Oberkochen) und Dr. F. Bauer (Oxford Instruments GmbHNanoScience, Wiesbaden,zusammen mit Forschern von unserem CIRT. In dem Artikel wird deutlich, dass sich die ursprüngliche Ansicht der Entdecker, es handele sich um außerirdisches Material, gefestigt hat und zumindest ein Großteil der Funde NICHT bei der Industrie angesiedelt werden kann.

Die Bohrung des LfU am Tüttensee

April 2011: In der Zeitschrift ANTQUITY erscheint ein Kommentar-Artikel von Geologen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), der sich auf den oben erwähnten Artikel zum Phaethon-Mythos bezieht und in dem die wohlbekannte Ablehnung der LfU-Geologen insgesamt zum Chiemgau-Impakt zum Ausdruck gebracht und insbesonderedie Radiokarbon-Datierung des LfU als “Kronzeuge” benannt wird. Bis heute wirkt diese unsägliche Geschichte mit der fehlplazierten Bohrung des LfU am Tüttensee und die großsprecherisch per Pressemitteilung verkündete Nachricht nach, dass die Radiokohlenstoff-Datierung von Sedimenten am Tüttensee den Chiemgau-Impakt “erledigt” habe. Das CIRT hat sofort reagiert und dem LfU arg verfälschende Darstellungen vorgeworfen (Bohrung am (Zitat) “Kesselboden” statt in Wahrheit deutlich außerhalb des eigentlichen Kraters. Das CIRT hat weiterhin immer wieder darauf verwiesen (so auch in einem Gegenartikel in der Zeitschrift ANTIQUITY), dass die Bohr- und Datierungsergebnisse von der gewählten Stelle so und nicht anders zu erwarten waren (nach eigenen Bohrungen des CIRT und geophysikalischen Messungen) und dass am LfU der notwendige Sachverstand für Impaktprozesse und Impaktgeologie nicht vorhanden sei. Nach diesen Vorwürfen an das LfU ist denn auch der Leiter der Abteilung Geologie, Dr. Roland Eichhorn, merklich zurückgerudert und hat öffentlich verkündet, dass er sich natürlich freuen würde, wenn in Bayern nach dem Nördlinger Ries sich ein weiterer großer Meteoriteneinschlag bestätigen sollte.

Das hat nichts daran geändert, dass einige “Trittbrettfahrer” nach wie vor mit diesem wissenschaftlichen Fehlgriff hausieren gehen und auf das “amtliche” Urteilaus dem LfU verweisen. In der Wissenschaft gibt es grundsätzlich keine “amtlichen” Direktiven, und es ist auch nicht Aufgabe von Beamten an einem Amt, sich in die wissenschaftliche Diskussion einzumischen, insbesondere wenn das notwendige Fachwissen nicht vorhanden ist.

Datierung von Gesteinen der Ausgrabung Chieming-Stöttham

Juli 2011: Der Artikel THE CHIEMGAU METEORITE IMPACT AND TSUNAMI EVENT (SOUTHEAST GERMANY): FIRST OSL DATING[Der Chiemgauer Meteoriteneinschlag mit Tsunami-Ereignis (Südost-Deutschland): Erste OSL-Datierung]

von I. Liritzis, N. Zacharias, G.S. Polymeris, G. Kitis, K. Ernstson, D. Sudhaus, A. Neumair, W. Mayer, M.A. Rappenglück, B. Rappenglück

erscheint gedruckt in der international angesehenen Zeitschrift Mediterranean Archaeology and Archaeometry, Vol. 10, No. 4, pp. 1733

Laborarbeiten 2011

Fortsetzung der elektronenmikroskopischen Analysen der Eisensilizide bei Zeiss in Oberkochen und Oxford Instruments in Wiesbaden mit immer wieder neuen Überraschungen.

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Geländearbeiten 2011

Krater Kaltenbach: Mehrere Untersuchungskampagnen mit Probennahme, topographischer Aufnahme und geophysikalischen Messungen.

Krater Mauerkirchen: Eine Untersuchungskampagne mit Probennahme, topographischer Aufnahme und geophysikalischen Messungen.

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Vermessung kleinerer Krater in der Umgebung des Tüttensees.

Geophysikalische Vermessung des großen Halbkraters im Innufer bei Marktl.

Weniger Gelände- als Wasserarbeit: Neue Echolot-Sonarmessungen mit dem Schiff der Chieminger Wasserwacht.

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Neue Probennahmen im Gelände der Eisensilizidverbreitungen.

Weitere Geländeuntersuchungen zum Donnerloch-Phänomen.

Besucher

Im August 2011 Besuch beim CIRT: Dr. H. Wirtz, der schon früher das CIRT mit einer Messgerätespende bedacht hatte, zusammen mit Prof. Dr. H.W. Franke. Prof. Franke ist Physiker, Spezialist für physikalische Datierungsmethoden, Lehrbuchautor, vielleicht der renommierteste deutsche Science Fiction-Autor, Pionier der Computerkunst, Höhlenforscher und manches mehr. Beide verbindet das Interesse für ungewöhnliche Forschungsprojekte, wobei Prof. Franke insbesondere eine Kooperation mit dem CIRT bei speziellen Datierungsfragen zum Chiemgau-Impakt eingegangen ist.

Museumsbesuch mit Wirtz und Franke; Besuch eines der noch verbliebenen Schwimmsteinhäuser, die im 17ten und 18ten Jahrhundert aus diesen ungeheuer festen bimssteinähnlichen Impaktschmelzgesteinen errichtet wurden. Besuch von charakteristischen Impakt-Lokalitäten bei Obing und eines Kraterfeldes in den Wäldern bei Seeon.

Vermischtes

Ein Kooperationsvertrag mit der Russischen Akademie der Wissenschaften über Forschungen zum Chiemgau-Impakt wird unterzeichnet.

Das Impakt-Museum in Grabenstätt wird weiterhin sehr gut angenommen und verzeichnet beachtliche Besucherzahlen. Die Öffnungszeiten haben sich zusammen mit den neuen Öffnungszeiten für das Tourist-Büro geändert.

Der Kometen-Wanderweg um den Tüttensee zieht Besucher an, und die Erläuterungsschilder werden meist sehr ausgiebig studiert.

Gruppen besuchen Museum und Wanderweg. Ein Vortrag von Dr. M.A. Rappenglück in der Seewirtschaft am Tüttensee und anschließende geologische Führung von Diplomgeologe A. Neumair auf dem Kometen-Wanderweg vereinten Mitte August eine Gruppe von ca. 40 hochinteressierten und diskussionsfreudigen Menschen aus der näheren und weiteren Region.

Das vom Verein herausgegebene Buch: “Der Chiemgau-Impakt. Ein bayerisches Meteoritenkraterfeld” verkauft sich weiterhin gut und wird selbst im Ausland gelesen. Es wird erinnert, dass Vereinsmitglieder einen ordentlichen Preisnachlass erhalten – auch für zu verschenkende Exemplare!

Der Antiquity-Artikel vonBarbara Rappengück et al. über den Chiemgau-Impakt und den Phaethon-Mythos wird ins Estnische für eine Zeitschrift in Estland übersetzt.

Im Saarland werden Funde und Befunde zu einem jungen Meteoriteneinschlag gemacht, die erstaunlich viele Parallelen zum Chiemgau-Impakt aufweisen. Ein Artikel berichtet darüber im wissenschaftlichen Internetforum Scribd. Das CIRT steht mit dem dortigen Entdecker in Verbindung.

Im Fernsehen werden wiederholt die TV-Dokumentationen über den Chiemgau-Impakt (Terra X(ZDF) und Faszination Wissen (BR3 bzw. die Neuversion von Arte X:enius)) gebracht.