Neue Gelände-Kampagnen der CIRT-Forschergruppe zum Chiemgau-Impakt – Impakt-Tsunami – ein neuer 50 m-Krater – Geophysik: Bodenradar und Geomagnetik

Chiemsee Tsunami KreuzschichtungLiebe Vereinsmitglieder, liebe interessierte Leser dieser Seite,

der Verein Chiemgau-Impakt ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel der Forschungsförderung, und so ist es nur recht und billig, dass über den Fortgang der Forschungen zum Chiemgau-Impakt und ihre Ergebnisse nicht nur in Fachzeitschriften und auf Kongressen berichtet wird, sondern auch der Bevölkerung in einigermaßen allgemeinverständlicher Form Rechenschaft über das Tun der Forschergruppe abgelegt wird. So hat sich in den letzten Wochen und Monaten wieder einiges getan. Die tschechischen Kollegen aus Prag haben ihre Hochleistungs-Bodenradarmessungen am Tüttensee-Krater fortgesetzt und die Messungen nunmehr um den ganzen See herum zu einem vorläufigen Ende gebracht. Der klare Befund wurde weiter untermauert: Die Toteis-Hypothese lokaler Geologen und der Amtsgeologen vom LfU ist ein für allemal „tot“, und ein Meteoriteneinschlag erweist sich als die einzige überzeugende Erklärung für die geologischen, geophysikalischen und mineralogisch-petrographischen Resultate der vergangenen Jahre.

Bodenradar-Messungen standen auch im Mittelpunkt einer umfangreichen vergleichenden geophysikalischen Untersuchung mit Apparaturen von Herstellern aus den USA und der Ukraine, für die geologische Objekte des Chiemgau-Impaktstreufeldes (Impakt-Tsunami-Ablagerungen, Krater-Strukturen) sowie archäologische Objekte in Chieming am Chiemsee ausgewählt wurden.

Geophysik auch in Form neuer Magnetfeldmessungen auf Profilen über den Ringwall des Tüttensee-Kraters, auf einem Profil durch den Bergham-Krater und auf Profilen durch einen neu identifizierten Krater nordöstlich von Trostberg. Dieser Purkering-Krater (Hinweis T. Marx) ist ein Paradebeispiel für einen kleineren sehr jungen Meteoritenkrater. Er hat ca. 50 m Durchmesser, einen Ringwall und ist zum ersten Mal im hochauflösenden Digitalen Geländemodell DGM1 aufgefallen. Das DGM1 ist ein neuartiges Verfahren, das die Geländeoberfläche mit einem LIDAR genannten, lasergestützten Scannen erfasst. Bei einem digitalen Messpunktraster von 1 m und einer vertikalen Auflösung von 20 cm stellt sich die reine Bodenoberfläche ohne störende Gebäude und Vegetation (selbst in Wäldern) dar. Darstellungen in Form von hochauflösenden topographischen Karten sowie wählbar zu beleuchtenden Schummerungskarten bieten in jüngster Zeit vermehrt erstaunlich aussagekräftige Bilder für viele Zwecke der geologischen Bearbeitung.

Der geologische Aufschluss in der Kiesgrube Eglsee mit dem spektakulären Bild charakteristischer Tsunami-Ablagerungen, die der Einschlag in den Chiemsee mit der Bildung eines Doppelkraters am Seeboden hinterlassen hat, hat unmissverständlich „aufgefordert“, die weiteren Kiesgruben in der Umrandung des Chiemsees auf Auswirkungen des Tsunamis zu erkunden. Mit ziemlichem Erfolg! – was dann dazu geführt hat, diese charakteristischen Ablagerungen auch mit dem Bodenradar zu erkunden. Interessant dann der naheliegende Vergleich von direktem „geologischem Blick“ auf die Abbauwände mit der geophysikalischen Aussage des Bodenradars!

Auch ein neuer kleinerer Krater (Mauerkirchen 2) unweit des bereits ausführlicher beschriebenen Kraters Mauerkirchen wurde untersucht mit der Feststellung der charakteristischen Eigenschaften magnetischer Anomalien und des bekannten impakt-typischen Gesteinsinventars.

Nachfolgend zeigen wir mit jeweils kurzen Erläuterungen ein vielfältiges Bildmaterial zu den verschiedenen Themen-Bereichen.

Der neue Krater von Purkering

Krater Purkering Chiemgau-Impakt Abb. 1. Digitales Geländemodel des Kraters Purkering mit flachem, aber deutlich ausgeprägtem Ringwall. Höhenlinien im 10 cm-Abstand.

 

Chiemgau-Impakt Krater Purkering mit RingwallAbb. 2. 3D-Oberfläche des Geländes nach dem DGM1 mit dem Purkering-Krater.

Chiemgau-Impakt Krater Purkering DGM1 GradientAbb. 3. Der sog. Horizontalgradient der Geländehöhen (= Gefälle in m/m) vermittelt ein stark erhöhtes Auflösungsvermögen. Damit wird deutlich, das der Hauptkrater mit ca. 50 m Durchmesser im Südosten von kleineren Strukturen begleitet wird, was ein Hinweis auf den Einschlag eines zerbrochenen Projektils ist.

Chiemgau-Impakt Purkering-KraterAbb. 4. Aufnahme des Purkering-Kraters im Gelände. Nach der Geologischen Karte von Bayern 1 : 25 000, Blatt Trostberg (München 1982, bearbeitet von Gerhard Doppler), besteht der Untergrund aus Riß-eiszeitlicher Schottermoräne mit Lößlehm – Fließerdeüberdeckung. Die auffällige Form des Purkering-Kraters mit Ringwall wird in Karte und Erläuterungen nicht erwähnt.

Chiemgau-Impakt Google Earth Purkering-KraterAbb. 5. Der Purkering-Krater in einer Google Earth Luftaufnahme. Der kiesige Impakt-Auswurf der Schottermoräne ist sehr schön an der hellen Färbung zu erkennen. Auch hier zeigt sich, dass im südöstlichen Randbereich des Kraters noch mehr passiert ist.

Purkering-Krater Ebinger Magnetometer Chiemgau ImpaktAbb. 6. Magnetfeld-Messung im Purkering-Krater mit EBINGER Magnetometer-Gradiometer MAGNEX 120LW und digitaler Datenerfassung.

Bodenradar-Messungen

Chiemgau-Impakt Bodenradar 1Abb. 7. Barbara Rappenglück (CIRT) und Geophysiker Jens Poßekel mit der Bodenradar-Anlage VIY3-300 (Transient Technologies) bei der Messung in einer Kiesgrube bei Erlstätt ….Chiemgau-Impakt Bodenradar 2Abb. 7. …. und bei der Untersuchung der Tsunami-Ablagerungen von Eglsee ….

Bodenradar Chiemgau Impakt 4Abb. 8. … sowie bei der ersten Begutachtung des Radargramms im Gelände.

Bodenradar Chiemgau Impakt PurkeringAbb. 9.  Dr. Markus Janik (rechts) vom Geophysik-Büro Geofact in Bonn und Geophysiker Jens Poßekel (Büro Mülheim an der Ruhr) mit Apparatur GSSI 200 MHz im Krater Purkering drei Wochen nach der Aufnahme von Abb. 4.

Bodenradar Archäologie ChiemingAbb. 10. Jens Poßekel und Dr. Markus Janik bei einer archäologischen Sondierung in Chieming am Chiemsee mit der Bodenradar-Apparatur VIY3-500 (Transient Technologies).

Bodenradar Archäologie Chieming 2Abb. 11. Die Geophysiker aus Bonn und Mülheim an der Ruhr zusammen mit Ortsheimatpfleger Hubert Steiner aus Chieming mit Bodenradar-Apparatur GSSI 400 MHz.

Bodenradar Chiemgau-Impakt 3Abb. 12. Noch einmal die Apparatur GSSI 200 MHz  auf dem Ringwall des Tüttensee-Kraters …Bodenradar Chiemgau-Impakt 4Abb. 13. … und beim Anstieg zum Kraterwall.

Radargramm ChiemingAbb. 14. Charakteristisches Radargramm: Anomalien vermuteter archäologischer Objekte in Chieming.

Magnetfeld-Messung Krater Bergham

bergham-krater Chiemgau-ImpaktAbb. 15. Der Bergham-Krater mit ca. 150 m Durchmesser. Früher einmal mit Wasser gefüllt (nach historischen Fotos), wurde er trockengelegt und mit Schotter und Boden (nach den Magnetik-Messungen wohl auch mit Müll s. Abb. 16) aufgefüllt.

Chiemgau-Impakt Magnetometer MAGNEX 120 LWEBINGER MAGNEX Magnetometer Gradiometer

Abb. 16.  Magnetfeldmessungen auf einem diametralen Profil durch den Bergham-Krater (oben) mit EBINGER Magnetometer-Gradiometer MAGNEX 120 LW und digitaler Datenerfassung mit EPAD®-Datenlogger (unten).Krater Mauerkirchen 2

Chiemgau Impakt Krater Mauerkirchen 2Abb. 17. Schurf und Probennahme im Krater Mauerkirchen 2.

Deformierte Gerölle Krater Mauerkirchen 2 Abb. 18. Typische impakt-„malträtierte“ Gerölle aus dem Krater Mauerkirchen 2.

Suszeptibilität Messung Krater Chiemgau ImpaktAbb. 19. Geophysik: Bodenmagnetische Suszeptibilitätsmessungen.

Magnetometer Gradiometer EBINGER MAGNEX Krater Chiemgau ImpaktEBINGER Impuls-Elektromagnetik UPEX Mauerkirchen 2-KraterAbb. 20. Geophysik: Magnetometer-Messung (EBINGER MAGNEX 120 LW) und Puls-Induktionsmessung (EBINGER UPEX).

Tsunami-/Impakt-Ablagerungen in Kiesgruben um den Chiemsee herum

Natzing Tsunami-Ablagerung ChiemseeAbb. 21. Kiesgrube Natzing mit impakt-„malträtierten“ obersten Ablagerungen.

Natzing Tsunami-Ablagerung ChiemseeAbb. 22. Aus der Impakt-Schicht Kiesgrube Natzing.

Vachendorf Kiesgrube Tsunami SedimenteAbb. 23. Kiesgrube Vachendorf: vermuteter Tsunami-Diamiktit über liegender Kiesschichtung.

vachendorf bunte brekzie tsunami diamiktit Vachendorf Bunte-brekzie 2 Tsunami ChiemseeAbb. 24. „Bunte Brekzie“ aus der hangenden dunklen Schicht in Abb. 23. Die Ähnlichkeit zur Katastrophenschicht am Mühlbach zwischen Vachendorf und Tüttensee ist unübersehbar.

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-ImpaktAbb. 25. Kiesgrube Innerlohen: Diamiktit, Blocklagerung, angedeutete Kreuzschichtung. Details in den folgenden Abbildungen.

Tsunami Chiemsee Blocklagerung DiamiktitAbb. 26. Kiesgrube Innerlohen: Detail der Blocklagerung mit scharfkantigen Blöcken.

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt InnerlohenAbb. 27. Kiesgrube Innerlohen: Detail des bunten Diamaktits.

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt LunzbergAbb. 28. Kiesgrube Lunzberg w‘ von Erlstätt: vermuteter Tsunami-Diamiktit, der sich in die Normallagerung erosiv eingetieft hat.

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt Lunzberg 2Abb. 29. Kiesgrube Lunzberg: Die Nahaufnahme des Diamiktits von Abb. 28 zeigt Kreuzschichtung als Hinweis auf eine Tsunami-Ablagerung.

Kiesgrube Lunzberg – zwei Wochen später:

Fluch und Segen des Kiesabbaus: Wunderschöne geologische Aufschlüsse verschwinden rasch – um teilweise noch schöneren Platz zu machen.

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt Lunzberg 3Abb. 30. Kiesgrube Lunzberg mit neu geschaffener Abbauwand: Diamiktit-Gefüge mit eingeschalteter „Klaviatur“-Schrägschichtung mit dicht abwechselnden Lagen aus Kies (hell) und Sand (dunkel). Details in den nachfolgenden Bildern,

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt Lunzberg Kreuzschichtungbildschirmfoto-2016-09-27-um-17-08-11Abb. 31: Kiesgrube Lunzberg mit diamiktitischer Tsunami-Ablagerung. Das eingeschaltete dünne Band mit Schrägschichtung hat partienweise ein Fischgräten-Gefüge, was in vermutlich sehr kurzem Abstand gegensinniges Fließen bei der Ablagerung dokumentiert. Unten: Nahaufnahme.

Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt Lunzberg

Abb. 32. Kiesgrube Lunzberg mit diamiktitischer Tsunami-Ablagerung. Dieses extrem komplexe Ablagerungsgefüge mit einer Verzahnung von scharf begrenzten „Figuren“ signifikant unterschiedlicher Korngrößen ist für eine Ablagerung eines Gletscherflusses unvorstellbar.Tsunami Diamiktit Chiemsee Chiemgau-Impakt Lunzberg KreuzschichtungAbb. 33. Die Schluff-Linse von Abb. 32 im Detail ihrer Einlagerung und inneren Kreuzschichtung.

Förderverein Chiemgau-Impakt: (Spät-) Sommerfest Gasthof Forelle Siegsdorf

Gasthof Forelle SiegsdorfGasthof Forelle Siegsdorf

Liebe Freunde und Mitglieder des Chiemgau Impakt e.V., 

wie jedes Jahr möchten wir Euch zum Sommerfest in den Gasthof Forelle, Siegsdorf einladen. 

Termin: Samstag 03.09. 2016 ab 19 Uhr

Gasthof Forelle Traunsteiner Str., 83313 Siegsdorf

In einer lockeren, legeren und gut gestimmten Gesellschaft das eine oder andere Gespräch führen, egal ob Impakt oder andere Themen. Im Vordergrund steht auch an diesem Abend die Förderung der Gemeinschaft des Vereins.

Die Vorstandschaft würde sich freuen, Euch zahlreich begrüßen zu dürfen.

Mit lieben Grüßen, 

Hans-Peter Matheisl (Schriftführer)

 Gasthof Forelle Siegsdorf Anfahrt

Die Kienberger Donnerlöcher auf dem Gautrachtenfest Peterskirchen

Eine Präsentation des Chiemgau Impact Research Team CIRT) – und wie es das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) weiterhin mit den Donnerlöchern hält.

Auf dem diesjährigen Gautrachtenfest vom 15. – 24 Juli in Peterskirchen im Chiemgau hatten umliegende Ortschaften die Möglichkeit, sich mit einer gemeindetypischen Besonderheit im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren.

Kienberg und die Donnerlöcher – schon fast ein Markenzeichen dieser Gemeinde! Demgemäß hatte die Gemeinde die Chiemgau-Impaktforscher aufgefordert, ihre geologischen und geophysikalischen Untersuchungen der letzten Jahre, mit denen das Rätsel der Entstehung der Donnerlöcher im Zusammenhang mit dem Kometen-Einschlag (Chiemgau-Impakt) ganz offensichtlich gelöst ist, vorzustellen. Die vier großformatigen A0-Poster, die den Besuchern vorgeführt wurden, präsentieren wir hier noch einmal zum Anklicken (direkt auf die Bildchen klicken!).

Kienberg Poster CIRT Chiemgau Impakt Donnerlöcher   Die Poster auf der Ausstellung und Ortsheimatpfleger H. Schiebl.

Donnerlöcher 1      Donnerlöcher 3

Donnerlöcher 2        Donnerlöcher 4

Dann möchten wir nicht versäumen, auch das LfU, dem ebenfalls die Möglichkeit einer Präsentation auf dem Fest gegeben war, zu Wort und Bild kommen zu lassen. Anklicken der Poster, die auf der amtlichen Seite des LfU stehen und die Entstehung der Donnerlöcher aus Sicht der Amtsgeologen beleuchten, kann hier getätigt werden:

http://www.lfu.bayern.de/veranstaltungen/doc/ausstellung_donnerloecher.pdf

Was lernen wir aus der Gegenüberstellung der neuesten Forschungsergebnisse des CIRT mit dem Schubladen-Denken und -Argumentieren der Amtsgeologen und ihrer Verweigerung, wissenschaftlich zu arbeiten, neue Erkenntnisse aufzunehmen und diese – wie es sich in der Wissenschaft gehört – sorgfältig zu zitieren? Wir lernen nichts Neues, da das LfU sich seit zehn Jahren nach allen Kräften bemüht, den Chiemgau-Kometen und die wissenschaftliche Erforschung dazu nach bestem unwissenschaftlichen Vorgehen zu bekämpfen oder einfach zu ignorieren. Die Ausstellung auf dem Gautrachtenfest hätte das einmal wieder nicht besser demonstrieren können.

 

 

Der Chiemgau-Impakt am Tachinger See

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Besucher(innen) unser Vereinsseite,

nachdem am Tüttensee-Krater inzwischen typische Impaktgesteine als Zeugen des Meteoriten-/Kometeneinschlags von Sammlern mehr oder weniger komplett abgeräumt worden sind, gibt es immer wieder neue Fundmeldungen aus anderen Regionen, diesmal vom Waginger See/Tachinger See, etwa 20 km nordöstlich von Grabenstätt. Von dort stammen die nachfolgend beschriebenen Gesteine, die unser Vereinsmitglied Franz Seehuber aus Taching am See gefunden und unserer Forschung zur Verfügung gestellt hat, und die in perfekter Form die verschiedenen besonderen Abläufe beim Impakt charakterisieren. Lassen Sie sich, liebe Leser(innen), ermuntern und anspornen, dem Finder Franz Seehuber nachzueifern.

Die Steine und ihre Beschreibungen

   Impakt-Deformation Chiemgau ImpaktAbb. 1. Mechanische Zertrümmerung und Korrosion (Säurelösung und/oder Hitze). Die extrem scharfkantige Skulptur widerlegt die von heimischen Geologen und Geologen vom LfU (z.B. Artikel Doppler & Geiss 2006, der noch immer auf der Webseite des LfU steht) erhobene Behauptung, solche Deformation seien in den Alpen entstanden und dort üblich. Wir haben früher und immer wieder diese Geologen gefragt, wie denn diese extrem scharfkantigen Brüche einen Transport über nur 50 m in einem reißenden Gletscherfluss aus den Alpen heraus überlebt haben sollen.

Chiemgau Impakt Schock-SpallationAbb. 2. Ein offener Riss, der aber nur etwa die Hälfte des großen Gerölls durchzieht. Vorgezeichnet war der offene Zugbruch vermutlich durch eine Calcitader, wie ähnliche und noch gut erhaltene Adern das Geröll  an mehreren Stellen durchziehen. Spärliche Reste von Calcit an der Wandung des offenen Zugbruchs geben die Antwort auf die Frage, welche Kraft denn in der Lage war, ein isoliertes hartes Geröll gerade mal zur Hälfte auseinander zu ziehen. Die Antwort steht hier in einem Artikel unser Impakt-Webseite, in dem die sogenannte Schockspallation beschrieben wird und vergleichbare Deformationen aus dem Chiemgau und von anderen Impakten gezeigt und erläutert werden.

Chiemgau Impakt extreme Korrosion Säure HitzeAbb. 3. Ein großes Kalksteingeröll von Tachinger See, das die typischen Merkmale extremer Korrosion durch Hitze (Karbonatschmelze, Dekarbonisierung) und/oder Salpetersäurelösung beim oder nach dem Impakt anzeigt. Zum Vergleich: Abb. 4.

Chiemgau Impakt Katastrophenschicht extreme KorrosionChiemgau Impakt Katastrophenschicht extreme KorrosionAbb. 4. Aus der Katastrophenschicht in der Umgebung des Tüttensees.

Tachinger See Chiemgau Impakt Schockdruck Spallation SchmelzeAbb. 5. Ein perfekter Glasstein vom Tachinger See mit einem hauchdünnen Glasüberzug, der – zudem beim Fehlen jeglicher Kontaktstellen – alle unkritischen Hinweise auf Kalkbrennöfen sofort abblockt. Zwei Phasen sind festzuhalten: In einer ersten Phase erlebt das Geröll den Schockdruck des Impaktes, wobei durch Spallation das Gestein offensichtlich halbiert und die gefundene Hälfte partienweise auseinandergerissen wird und weit offene Zugrisse entstehen. Dann gerät das so malträtierte Gestein für vermutlich nur Sekunden in eine überhitzte Explosionswolke von vielleicht 5000 °C, und eine Schmelzhaut bildet sich – auch auf den Wandungen der Spalten, was die zeitlich Abfolge von extremem Druck und extremer Temperatur belegt. Vor dem Landen am Boden ist die Schmelze zu Glas erstarrt, sodass keinerlei Kontaktstellen in der Glashaut feststellbar sind. Neue mineralogische Untersuchungen von Glassteinen belegen diese extreme Kurzzeitigkeit der Erhitzung, was alle Kalkbrennofen-Argumente im Keim erstickt.

Internationaler Museumstag – auch im Grabenstätter Impakt-Museum

Der Internationale Museumstag ist ein seit 1978 jährlich stattfindendes internationales Ereignis, bei dem am dritten Sonntag im Mai auf die Vielfalt und Bedeutung der Museen aufmerksam gemacht wird. In Deutschland steht der Tag unter der Schirmherrschaft des amtierenden Bundesratspräsidenten.

Zahlreiche Museen – von den Heimat- und Regionalmuseen bis hin zu den großen staatlichen Einrichtungen – präsentieren sich an diesem Tag mit besonderen Aktionen wie Sonderführungen, einem Blick hinter die Kulissen, Workshops, Museumsfesten und langen Museumsnächten bei freiem Eintritt. (Quelle Wikipedia)

Wie auf dem nachfolgenden Plakat zu lesen ist, laden die Gemeinde Grabenstätt, der Chiemgau Impakt v.V sowie das CIRT im Rahmen des Museumstages zum Besuch des Impaktmuseums in Grabenstätt ein.

Über zahlreichen Besuch freuen sich die Veranstalter, die zur Weitergabe der Information an Freude und Bekannte ermuntern.

2016 - Poster Museumstag Chiemgau Impakt

 

T. Shumilova, S.N. Tkachev, S. Isaenko, S. Shevchuk, M.A. Rappenglück & V.A. Kazakov: Artikel in der renommierten Zeitschrift „CARBON“

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Besucher(innen) unserer Webseite,

kürzlich ist in der renommierten Zeitschrift „Carbon“ ein Artikel erschienen, für den unsere Kollegin Dr. Tatyana Shumilova von der Russischen Akademie der Wissenschaft als Erstautorin zeichnet und bei dem Dr. Michael Rappenglück vom CIRT Mitautor ist:

T. Shumilova, S.N. Tkachev, S. Isaenko, S. Shevchuk, M.A. Rappenglück & V.A. Kazakov (2016): A “diamond-like star” in the lab. Diamond-like glass. – Carbon 100(100):703-709. Weiterlesen

Nachlese zur Jahreshauptversammlung mit Jahresvortrag

Die Jahreshauptversammlung des Chiemgau-Impakt e.V. fand bei reger Beteiligung der Mitglieder am 8. April 2016 im Traunsteiner Aubräu in gewohnt harmonischer Atmosphäre statt.

Dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes folgten Kassenbericht mit Lob und „Absegnung“ durch die Kassenprüfer sowie die üblichen Neuwahlen für die nächsten drei Jahre. Bis auf eine Ausnahme gab es keine personellen Veränderungen. Die Ausnahme: Als neuer zweiter stellvertretender Vereinsvorsitzender wurde Philipp Mayer gewählt, der seinen Vater Werner Mayer, Gründungsmitglied und Mitinitiator der Chiemgau-Impaktforschung, in dieser Funktion beerbt. Einhellig wurde begrüßt, dass ein junges Mitglied des Vereins sich derart in die Pflicht nehmen lässt. Ebenfalls auf große Zustimmung stieß der Vorschlag, Werner Mayer und Rudi Behr zu Ehrenmitgliedern des Vereins zu ernennen.

Nach der Mitgliederversammlung füllte sich der Saal für den Jahresvortrag, und es trat ein, was sich jeder Veranstalter wünscht, dass nämlich mehr Zuhörer erschienen, als der Raum fassen konnte.

Wie angekündigt, trugen Barbara Rappenglück M.A., Prof. Ernstson und Dr. Michael Rappenglück vor, wobei am Anfang ein ausführlicher Rückblick auf die CIRT-Forschungen und CIRT-Aktivitäten des vergangenen Jahres stand (Barbara Rappenglück M.A.) und insbesondere noch einmal der große Erfolg der Ausstellung zum Chiemgau-Kometen in Traunstein im vergangenen Jahr herausgestellt wurde. Kernthema des zweiten Teils (Prof. Ernstson) war neben den neuen Erkenntnissen zu einem gewaltigen Chiemsee-Tsunami im Zusammenhang mit dem Chiemgau-Impakt einmal wieder der Tüttensee, diesmal mit der Botschaft: „Das Toteisloch ist kaputt – endgültig“ (Zitat 1.Vereinsvorsitzender Sepp Konhäuser, Presseartikel), was sich auf die neuen tiefreichenden Bodenradar-Untersuchungen und die Ergebnisse der tschechischen Kollegen von der Akademie der Wissenschaften in Prag bezog.

Der Streit mit den Geologen vom LfU und mit lokalen Geologen gerade in Bezug auf die Entstehung des Tüttensees war dann auch insbesondere der Anlass, im dritten Teil (Dr. Rappenglück) auf wissenschaftliches Arbeiten und auf die Forschung, wie sie sein sollte und wie sie nicht sein sollte, einzugehen.

Dr. Rappenglück zitierte unter anderem Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832): „Es wird aber in den Wissenschaften auch zugleich dasjenige als Eigentum angesehen, was man auf Akademien überliefert erhalten und gelernt hat. Kommt nun einer, der etwas Neues bringt, das mit unserm Credo, das wir seit Jahren nachbeten und wiederum anderen überliefern, in Widerspruch steht und es wohl gar zu stürzen droht, so regt man alle Leidenschaften gegen ihn auf und sucht ihn auf alle Weise zu unterdrücken. Man sträubt sich dagegen, wie man nur kann; man tut, als höre man nicht, als verstände man nicht; man spricht darüber mit Geringschätzung, als wäre es gar nicht der Mühe wert, es nur anzusehen und zu untersuchen; und so kann eine neue Wahrheit lange warten, bis sie sich Bahn macht.

Und Arthur Schopenhauer (1788-1860) „empfiehlt“: Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob. Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man da verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgend wie angreift: man könnte es nennen argumentum ad personam, zum Unterschied vom argumentum ad hominem: dieses geht vom rein objektiven Gegenstand ab, um sich an das zu halten, was der Gegner darüber gesagt oder zugegeben hat. Beim Persönlichwerden aber verläßt man den Gegenstand ganz, und richtet seinen Angriff auf die Person des Gegners: man wird also kränkend, hämisch, beleidigend, grob. Es ist eine Appellation von den Kräften des Geistes an die des Leibes, oder an die Tierheit. Diese Regel ist sehr beliebt, weil jeder zur Ausführung tauglich ist, und wird daher häufig angewandt.

Dr. Rappenglück: Vergleiche mit dem Vorgehen der Kritiker des CIRT sind nicht unzulässig!

Jahreshauptversammlung und großer Jahresvortrag

Liebe  Freunde des Chiemgau Impakt e.V., liebe Leser dieser Webseite, liebe Interessierte und Neugierige, liebe Immer-noch-nicht-Überzeugte,

wir laden ein zum großen Jahresvortrag mit den neuesten Forschungsergebnissen zum Chiemgau-Impakt.

Wann?      Freitag 8. April um 20:00 Uhr

Wo?          Aubräu Traunstein im Salett’l   Bürgerwaldstraße 7, 83278 Traunstein

Titel des Vortrags: Tüttensee – die Stunde der Wahrheit und weitere neue Belege zum Kometeneinschlag in unserer Region

Vortragende: Barbara Rappenglück M.A.   Prof. Dr. Dr. habil. Kord Ernstson   Dr. Michael Rappenglück M.A. vom Chiemgau Impakt Forscherteam

Diskussion im Anschluss.

Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt FREI.

 

Eine Stunde zuvor, um 19:00 am selben Ort, findet die Jahreshauptversammlung des Chiemgau Impakt e.V. mit Neuwahlen statt. Das offizielle Einladungsschreiben kann HIER angeklickt werden.

Über einen regen Besuch von Hauptversammlung und Vortrag würden sich das Chiemgau Impakt Forscherteam und die Vorstandschaft des Chiemgau Impakt e.V. sehr freuen.

Poster Jahresvortrag Chiemgau Impakt

Kráterové pole v Chiemgau

Liebe Leser,

wenn Sie HIER anklicken, werden Sie zu einer Präsentation über den Chiemgau-Impakt in einem wissenschaftlichen Seminar an der Universität Prag geführt. Über das, was unsere tschechischen Kollegen dort berichten, erfahren Sie noch mehr in dem nachfolgend angekündigten Jahresvortrag des Fördervereins und des CIRT.