Jahresexkursion 2009 des CIRT

Hiermit laden wir alle Vereinsmitglieder und Interessierten ganz herzlich ein:att152513

– Besichtigung der neuen Ausstellung im Schloss Grabenstätt

– die Arbeit im Feld des Chiemgau-Impakt-Research-Teams live zu erfahren.

Jahresexkursion 2009

Wann:  24.10.2009 um 13 Uhr

Wo:  Treffpunkt Rathaus Grabenstätt

Dauer: ca. 2 Std.

Die Führung wird begleitet von:
Andreas Neumair (Dipl. -Geol. univ.), Werner Mayer, Hans-Peter Matheisl

Wir freuen uns Euch zahlreich begrüßen zu dürfen.

VHS-Traunstein: Vortrag Chiemgau-Impakt Pfarrsaal Hl. Kreuz, Traunstein

Kursnummer C0302
Titel Der “ Chiemgau-Impakt“ – Kometeneinschlag im südostbayerischen Raum
Info Vortrag – Werner MayerSeit dem Jahr 2000 stieß eine Gruppe von Heimatforschern im Raum zwischen Altötting und Traunstein nahe dem Chiemsee (Südost-Bayern) immer wieder auf eigenartige metallische Stücke im Untergrund, die sich als die extrem seltenen bzw. auf der Erde in natürlicher Form nicht vorkommenden Eisensilizid-Minerale Fe3Si (Gupeiit) und Fe5Si3, (Xifengit) erwiesen. Die Gruppe um Werner Mayer, die einen offiziellen Auftrag und eine entsprechende Genehmigung zur Suche nach archäologisch bedeutenden Objekten in der Region besaß, stellte fest, dass das ungewöhnliche Material regelmäßig in der Nähe von auffäligen Kraterstrukturen und an Stellen gefunden wurde, für die ein menschlicher Eintrag kaum vorstellbar war. Die Krater hatten meist einen ausgeprägten Ringwall; einige waren aber – deutlich sichtbar – duch Pflügen bereits eingeebnet worden.

Mit professioneller Untrerstützung von Wissenschaftlern aus den verschiedensten Forschungsbereichen wurde eine der größten, auf privater Initiative basierende, interdisziplinäre Forschung auf die Beine gestellt.

Der heutige Stand der Entdeckung mit all den inzwischen erbrachten neuen Befunden und gewonnenen Erkenntnissen wird in diesem Vortrag vorgestellt, wobei aber auch die wissenschaftliche Diskussion und Konflikte

nicht ausgespart bleiben. Einer der Höhepunkte der Forschung war die internationale Anerkennung des Tüttensees bei Grabenstätt, als „Impakt-Krater“ im Jahre 2008.

Abendkasse – Eintritt 8€ (Buchung online nicht möglich)

Datum Uhrzeit Dauer Dozent Raum Straße Ort
 
Di. 27.10. 19:30 – 21:00 Uhr 90 Min Werner Mayer   Schloßstraße 15 83278 Traunstein
Außenstelle  
Veranstaltungsort Pfarrsaal Hl. Kreuz; Schloßstraße 15
Dozent Mayer, Werner
Zeitraum Di. 27.10.2009 – Di. 27.10.2009

VHS Gilching: Tunguska in Bayern? Neues vom Chiemgau Impakt

Kursnummer -0 142
Titel Tunguska in Bayern? Neues vom Chiemgau Impakt
Dozent Rappenglück M.A., Dr. Michael A.
Info Anfang Oktober 2004 ging eine Nachricht um die Welt: Ein Forscherteam glaubte Hinweise gefunden zu haben, dass etwa 2500 Jahre vor heute, in keltischer Zeit, über dem südöstlichen Bayern ein Planetoidenstück geringer Dichte oder eines Kometenkerns niedergegangen sei und dabei ein ca. 60 x 30 km großes Feld von Kratern (in einer Größe von 2 m bis zu ca. 600 m) erzeugt habe. In den vergangenen Jahren führte das Chiemgau Impact Research Team (CIRT), unterstützt durch internationale Institute, aber auch durch Firmen wie beispielsweise Carl ZEISS, Oberkochen, intensive interdisziplinäre Forschungskampagnen durch, in denen unter anderem Geologie, Geophysik, Limnologie, Archäologie, Mineralogie, Speleologie, Astronomie und historische Wissenschaften zusammengeführt wurden. Seit 2009 ist der Tüttensee in einer internationalen Datenbank der Impakte als bestätigt aufgeführt, wie das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken. Die Ergebnisse zeigen, dass sich im Gebiet zwischen Altötting, dem Chiemsee und dem Alpenrand eine große Katastrophe abgespielt haben muss. Funde von exotischem Material, durch höchste Drücke, große Temperaturen und Einwirkung von Säure, extrem beanspruchte und veränderte Gesteine, seltsame Kohlenstoffkügelchen, Nanodiamanten, magnetische Anomalien, Bodenverdichtungen, ungewöhnliche Störungen der archäologischen Stratigrafie und viele andere Auffälligkeiten können zueinander durch die Hypothese eines nacheiszeitlichen Impakts stimmig erklärt werden, der erhebliche regionale und wohl auch gewisse überregionale Wirkungen hervorgerufen haben muss. Seit einigen Jahren geht die internationale Holocene Impact Working Group intensiv der Frage nach, ob und wie postglaziale Impakte Einfluss auf menschliche Kulturen hatten. Bisher jedoch konnte dazu keine befriedigende Antwort gegeben werden, da entweder die Funde nicht den allgemein anerkannten Impakt-Kriterien genügten, Impaktschichten nicht mit archäologisch belegte Kulturen verbunden waren oder Impakte nur sekundär aus Klimaschwankungen, biologischen Zäsuren, archäologischen Fehlschichten oder mythologischer Tradition rekonstruiert wurden. Der Chiemgau-Impakt bietet Gelegenheit zu einer außergewöhnlichen Fallstudie, die einen Beitrag zur Beantwortung der Frage nach dem Vorhandensein und den Auswirkungen holozäner Impakte liefert: Altersbestimmungen an einer Katastrophenschicht zwischen archäologischen Kulturschichten im Umkreis von Chieming am Chiemsee in den Jahren 2007 und 2008, im Zusammenhang mit archäologisch-stratigrafischen sowie radiometrischen Datierungen im Umfeld des größten Kraters (Tüttensee) lassen darauf schließen, dass das Ereignis zwischen ca. 800 und 300 v. Chr., mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für die Zeit um den Beginn des 5. Jh. v. Chr., auftrat. Eine neue Bewertung der berühmten antiken Überlieferung des Mythos von Phaeton legt nahe, dass sich darin die verstörende Erfahrung des Chiemgau-Impakts durch Kulturen jener Zeit widerspiegelt. Dr. Michael A. Rappenglück M.A., ein Mitarbeiter des Teams CIRT, stellt den aktuellen (2009) Kenntnisstand der Forschung vor, geht auf die besondere Bedeutung des Chiemgau Impakts ein und fragt danach, wie wahrscheinlich ein ähnliches Ereignis in der Zukunft auftreten könnte.
Außenstelle Gilching
Veranstaltungsort Gilching, vhs, Fachraum 106
Termin Mi. 10.02.2010
Veranstaltungstage Mi
Dauer 1 x
Uhrzeit 19:30 – 21:30
Stunden 1,33
Kosten 9,00 €
Anmeldeschluss 10 Tage vor Kursbeginn
Max Teilnehmerzahl 20

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Geschichte

Seit dem Jahr 2000 stieß eine Gruppe von Heimatforschern im Raum zwischen Altötting und Traunstein nahe dem Chiemsee (Südost-Bayern) immer wieder auf eigenartige metallische Stücke im Untergrund, die sich als die extrem seltenen bzw. auf der Erde in natürlicher Form nicht vorkommenden Eisensilizid-Minerale Fe3Si (Gupeiit) und Fe5Si3, (Xifengit) erwiesen. Die Gruppe um Werner Mayer (Bergen), die einen offiziellen Auftrag und eine entsprechende Genehmigung zur Suche nach archäologisch bedeutenden Objekten in der Region besaß, stellte fest, dass das ungewöhnliche Material regelmäßig in der Nähe von auffälligen Kraterstrukturen und an Stellen gefunden wurde, für die ein menschlicher Eintrag kaum vorstellbar war. Die Krater hatten meist einen ausgeprägten Ringwall; einige waren aber – deutlich sichtbar – durch Pflügen bereits eingeebnet worden.

Die Verbreitung der eigenartigen Funde und flächig korrespondierende Auffälligkeiten eines Bienenhonig-Monitoring (durch Dr. B. Raeymaekers (2005)) erregte bei Wissenschaftlern der Universitäten München und Tübingen Interesse und veranlasste die Gruppe Mayer in der Folgezeit zu einem außergewöhnlichen Programm der systematischen Erforschung der Geländebefunde, in deren Verlauf die Idee des Einschlages eines extraterrestrischen Körpers in historischer Zeit immer mehr Gestalt annahm. Nach gewissen Konflikten mit Wissenschaftlern der genannten Universitäten entschloss sich die Gruppe der Heimatforscher dazu, Dr. Michael Rappenglück, Astronom und Archäoastronom, Institut für Interdisziplinäre Forschung Gilching, Prof. Dr. Kord Ernstson, Geologe, Geophysiker und Impaktforscher von der Universität Würzburg, sowie Privatdozent Dr. Uli Schüßler, Mineraloge und Petrologe, ebenfalls von der Universität Würzburg, um wissenschaftliche Unterstützung bei der weiteren Untersuchung des Phänomens zu bitten. Es kam zu einem Zusammenschluss der Entdecker um Werner Mayer mit den genannten Wissenschaftlern zum Chiemgau Impact Research Team (CIRT), zu dem Barbara Rappenglück, M.A., als Historikerin, hinzukam, nachdem auch die geschichtliche Bedeutung des Phänomens immer offensichtlicher wurde.

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